Gerade geh ich da so meinen Weg, so wie ein Mann das laut zahlreicher Country-Texte machen muss. Ich hör etwas hinter mir, dreh mich um und geh einen Schritt nach links. Und da rauscht etwas großes auch schon an mir vorbei, mit höchstens einer Handvoll Atome Abstand. Hätte ich so Kelly Famelly Haare, die hätten so geweht das sie ausgefallen wären.
Das UOFB (Unknown Object From Behind) war ein sehr dicker Mann auf einem Fahrrad, mit einem Getränkekasten hintendrauf und zwei Einkaufstüten am Lenker. Zusammen mit dem Fahrrad locker 200 Kilo. Und das Ganze sehr schnell. Wo war der überhaupt einkaufen am Sonntag? Wär all das in mich reingebrettert, ich würd wohl jetzt nicht hier tippen. Ich hab noch hinterhergerufen ob er weiß was ne Klingel ist aber weg war er. Phew. Knapp.
Nur wenige Minuten später: Ich hör wieder was, dreh mich um und 2 Amseln die sich fliegend streiten (Vögel müssen aber auch immer alles fliegend machen. Seht her, ich kann fliegen! Angeberpack.) fliegen mit gefühlten 180 Sachen knapp an meinem Kopf vorbei. Mit ähnlichem Abstand wie der dicke Dirtbiker. Double Phew.
Ist ähnlich wie bei FINAL DESTINATION, wo der Tod nichts unversucht lässt um (selbstverständlich) 5 Teenager plattzumachen. Als hätte der Tod sonst nix vor. Ich glaub auch nicht das das der Tod ist bei mir, mehr so ein seeeehr beschissener Tag, der ein Zuhause sucht.
Und in beiden Fällen bin ich dem beschissenen Tag noch mal von der Katzenscheisseschaufel (find ich am passensten) gesprungen. Das wär ja auch wieder peinlich geworden, alles: „Der Patient hat multiple Knochenbrüche, er wurde von einem Fahrrad angefahren.“, oder sogar: „Zwei Halswirbel sind gebrochen. Das ist der erste Mensch, der von Amseln fast getötet wurde.“. Nee danke, echt.
Ein mulmiges Gefühl bleibt. Was könnte noch…ah, ich hab´s. Gleich gibt´s Kaffee und Kuchen bei den Schwiegereltern. Bei der Gelegenheit werden sie wohl sehen das meine Finger tätowiert sind. Nicht so gut. Ob ich die Amseln wohl draußen wiederfinde?




