Ich hab in meinem Leben schon sehr viele Hunde kennengelernt. Jeder war ne Persönlichkeit und hatte so seine Macken. Alfred ist aber wirklich was Besonderes.
Erstmal ist er etwas autistisch. Er HASST Veränderungen, wenn man eine Zimmerpflanze woanders hinstellt steht er davor und knurrt sie an. Er hat mal einen Kanalarbeiter gesehen wo nur der Kopf aus dem Gulli guckte, das ging überhaupt nicht. Nur ein Kopf der auch noch redet – Nicht mit Alfie. Oft bleibt er stehen und starrt ins Nichts, weil da jetzt wirklich nix interessantes ist. Ich denke oft, dass er Sachen wahrnimmt die Menschen und alle anderen Tiere nicht wahrnehmen können. Was genau, bleibt sein Geheimnis.
Wie Alfred drauf ist kann man an seinen Ohren sehen. Wenn er etwas lustig ist, steht ein Ohr hoch, wenn er so richtig lustig ist beide. Und oft fängt er an zu wedeln wenn man sich unterhält. Als ob er drüber lachen würde. Beim Grillen hatte ich mal ein Klaus Kinski T-Shirt an , da wurde Alfred aber RICHTIG sauer. Und das nach Stunden.

Da war er noch sehr klein…
Alfred liebt oder hasst andere Hunde (wir haben das Schema immer noch nicht kapiert, die Farbe oder Größe der anderen ist es nicht), und mit Kindern kann er nicht viel anfangen. Daher lassen wir ihn eigentlich nie von der Leine, außer im Garten oder wenn`s wirklich übersichtlich ist. Denn er hat auch einen schlimmen Jagdtrieb, Kaninchen oder Katzen: Hinterher. Sogar unsere Katzen will er manchmal fangen, die sind zum Glück schneller und wir gehen auch schnell dazwischen. Das passiert aber immer seltener, Alfred ist 8 Jahre alt und wird ruhiger. Und grau, wie Herrchen. Im Garten neben unserem ist oft ein Pitbull-Weibchen und die beiden hassen sich intensiv. Letztes Jahr war das noch sehr stressig weil Alfred sowie Tequila versuchten durch die Hecke zu gelangen um auffe Fresse und so. Dieses Jahr tickt Tequila immer noch aus aber Alfred ignoriert´s.
Alfred ist sehr gerne unter Decken. So zugedeckt fühlt er sich sicher. Nachts schläft er unter Frauchens Decke, morgens muss er erstmal unter meine . Aber auch tagsüber liebt er es, wenn man ihn unter ne Decke packt. Wichtig dabei ist: Die Nase muss rausgucken.

Der Balkonstuhl ist seiner. Da sitzt nur er.
Ich habe noch nie einen Hund erlebt, mit dem man so toll kuscheln kann. Kraulen, feste in den Arm nehmen, da geht alles. Dann sieht er aus als würde er grinsen. Und er liebt es, wenn man eigentlich bedrohliche Laute macht, wie: „Uuuuuuuaaaargh“, oder „Aaaaaaauuuaargh“. Er macht das aber genau so, wenn er einen anknurrt ist das sehr freundlich gemeint. Krach hasst er total, Feuerwerk, laute Motorräder oder Musik voll aufgedreht machen ihm Angst. Genau so wenn man etwas lauter wird, wegen Streit oder so. Dann geht er in sein Häuschen. Das ist sowas wie ne Hundehütte, nur aus Stoff.
Alfred ist ein OEB, ein Old English Bulldog. Also kein English Bulldog, denn die sind Qualzucht, aber völlig. Wir haben auch noch Egon, der ein Old Type English Bulldog ist (kommt demnächst). Bulldoggen sind ne Wissenschaft, es gibt außer unseren noch Vintage Bulldog, Continental Bulldog, Hermes Breed (das sind voll die Monster) und viele mehr. Sind alles Rückzüchtungen, man will zur Bulldogge zurück wie sie im Mittelalter war. Also längere Nase (meine Hunde kriegen Luft, bei English Bulldogs denkt man immer, die ersticken jeden Moment), ein Schwanz und viel muskulöser. Das merkt man deutlich wenn man mal nicht so fit ist und der Hund an der Leine zerrt. Die haben echt Kraft, für alte Leute oder Kinder is das nix.

…sowas machen normale Hunde nicht. Aber er ist noch nie irgendwo runtergefallen.
Wenn man einmal ne Bulldogge hatte, bleibt man bei der Rasse. Sagt jeder. Nach Bulldoggen sind andere Hunde irgendwie langweilig. Denn die werden erwachsen, Bulldoggen bleiben irgendwie ein Leben lang Welpen. Und Anarchisten, richtig erziehen kann man diese Hunde nicht. Wenn die beim 3. Mal auf ein Kommando reagieren ist das schon sehr gut. Aber ich brauch die Hunde nicht, damit jemand unter mir ist und ich die herumkommandiere. Dann hätte ich einen Schäferhund.