Irgendwie hat jeder sowas: Man konsumiert bestimmte Nahrungsmittel auf komische Art und Weise. Die Umwelt ist irritiert, aber man findet das so nunmal am besten.
Ich hab da schon einiges erlebt / gehört / gesehen. Ich fang mit was aktuellem an: Die Blagen around here kaufen beim indischen Minimarkt diese Nudelsuppen für ein paar Cent, schütten sich das Gewürz in den Hals und knabbern die Nudeln. Trocken. Das hab ich schon öfters gesehen. Ich würd das nicht machen, ich stell mir das unbefriedigend vor.
Wenn mein Frauchen Tofiffee (ich guck jetzt nicht extra nach, wie die F´s angeordnet werden) isst, lässt sie die Nüsse übrig. Und legt sie zurück in die Verpackung. Was verhindert, das ich Toffifffee esse. Ich find diese abgenagten Nüsse nämlich optisch nicht sehr ansprechend.
Die Freundin eines Kumpels konsumiert Salzstangen indem sie sie ableckt. Bis kein Salz mehr dran ist, dann kommt der Rest was weiß ich wohin. Bestimmt noch unappetitlicher als Frauchens Nüsse.
Das eigentlich Beste kommt von der Freundin eines anderen Kumpels: Sie isst das Ende von Bratwürsten nicht. Das klingt erst nur halbkomisch ABER: Den ANFANG der Wurst isst sie. Sie ist überzeugt davon zu erkennen in welcher Richtung der Darm befüllt wurde.
Einen kenn ich, der kann Essen nicht anfassen. Und so isst er sogar Döner Kebap mit Messer und Gabel.
Früher hatte ich einen Lehrer, der hat zur Doppelstunde einen Kaffee mitgebracht und irgendwo hingestellt. 90 Minuten später hat er ihn auf Ex getrunken. Was haben wir uns immer geekelt.
Und auf der Arbeit hatte ich mal einen, der hat in seinen Kaffee immer Maggi getan. Stell ich mir auch grenzwertig vor.
So, jetzt hab ich christlich gesehen schon einige erste Steine geschmissen also kommen wir mal zu mir. Denn auch ein wie ich scheinbar perfekter Typ hat so Eigenarten beim Essen.
Ich knabber gern Kürbiskerne, wie das auch Ausländer gern machen. Im Ernst, meiner Wahrnehmung nach bin ich der einzige Deutsche der Sonnenblumen- und Kürbiskerne konsumiert. Sonnenblumenkerne konsumiere ich ganz normal also aufbeißen, Kern raus. So machen das alle anderen bei Kürbiskernen auch. Ich aber esse die mit Schale. Ich finde die salzige Schale und der Kern harmonieren total. Nur der Kern ist öde. Außerdem sind die Schalen Balsam für die Schläuche und man kriegt schönen festen Stuhl.
Noch extravaganter ist mein Wochenend-Frühstücksei. Das wird sowas von zelebriert, da kann ne chinesische Teezeremonie nicht gegen anstinken. Ich benutze einen Eierkocher, wir kennen uns schon lange. Die Wassermenge muss supergenau stimmen, oft gieße ich noch ab oder fülle nach. Oder beides abwechselnd, bis es perfekt ist. Das Ei ist natürlich ein Freilandei oder hier vom Bio-Bauern. Ganz kurz bevor der Eierkocher Alarm macht ist der Moment wo alles Wasser verkocht ist. Genau dann mache ich aus und schrecke das Ei ab. So 7-10 Sekunden, je nach Größe des Eis. Ich starte das Eikochen immer genau 15 Minuten bevor wir frühstücken, denn außer der Konsistenz muss auch die Temperatur genau stimmen. Dann wird das Ei sorgfältig gepellt, wobei NICHTS von dieser ekligen Haut zurückbleiben darf. Danach piekse ich vorsichtig den kleinen Finger rein, ob innendrin auch orange ist. Ich hatte schon 2 Mal angebrütete Eier, zum Glück vorher gemerkt. Jetzt lege ich das Ei seitlich auf den Eierbecher und mach Salz drauf. Viel. Ich drehe die Salzmühle 7 mal, dann ist ein kleiner Salzberg auf dem Ei, so ein Teelöffel. Jetzt wirds fast erotisch, ich schiebe meine Zunge durch das vorgebohrte (kleiner Finger) Loch, wodurch ich erstmal nur Salz schmecke. Dann kommt langsam der Ei-Geschmack durch. Zu dem Zeitpunkt hab ich das Ei komplett im Mund und gucke zufrieden. WENN alles geklappt hat. Ansonsten gibbet Heibel.
So, gezz ihr. Was esst Ihr komisch und wie?