Die tollsten Nächte passieren ungeplant. So auch gestern. Ich wollte nur kurz bei einem alten Kumpel reinschauen nachmittags und kam um zehn vor 5 morgens wieder zurück. Denn wir landeten im WAGENI, das ist so eine autonome Punkrock-Location hier. Nicht direkt öffentlich, man geht so hintenrum rein und es ist empfehlenswert nicht unbedingt rechtsradikal zu sein. Das geht sonst schief.
Es spielte die Band: DIE WUT, die es schon lange gibt. Das sieht man an den Bandmitgliedern, ich weiß das aber auch weil mir mal vor -zig Jahren auf der Arbeit einer erzählt hat er hätte DIE WUT live gesehen und die ganze Band war total voll. Also wollte er sein Geld zurück, klappte aber nicht. Und da komm ich da rein und ausgerechnet die spielen gerade. Zuviele Zufälle, sag ich immer häufiger je älter ich werde.
Der Sänger fragte zwischen zwei Liedern Leute, warum sie Punker geworden sind. Ich musste natürlich mitmachen und sagte sehr wichtig und wahrheitsgemäß: „Nur so.“, und bekam einen kleinen Applaus dafür.
Nee, war echt schön. Soviele alte Kollegen getroffen (wobei mir aufgefallen ist, das die meisten von uns sehr jung aussehen obwohl wir auf die 50 zugehen. Sind das die Drogen gewesen oder die Einstellung?). Aber auch viele Nachwuchszecken waren da. Niemand hat auf sein Telefon gestarrt, man hat sich nett unterhalten, es war wie immer sehr friedlich, Feuertonne, Bier. Was will man mehr?
Als das alles losging bei mir, so vor 30 Jahren, da haben alle gesagt das ist ne pubertäre Phase. Ist es nicht, man wird so geboren. Ich war schon immer so und auch wenn ich mich selbst nie als Punk bezeichnet habe weil ich das peinlich finde bin ich wohl einer. Is ja auch nix schlimmes, ich hab bei den bunten Leuten viel mehr gelernt als jemals in der Schule. Und eine lustigere Jugend geht nicht. Unmöglich. Zudem ist die Musik nach Frauchen meine große Liebe for immer. Da kann ich ja nicht anders.
Durch all die Konzerte und diverse Chaos-Tage und all sowas hab ich SOVIELE TOTAL INTERESSANTE LEUTE kennengelernt. Wir sind früher auch einfach mit der S-Bahn in irgendwelche Städte gefahren, haben Passanten gefragt wo denn hier die Punks sitzen und zack! hatte man 25 neue Freunde. Natürlich waren da auch immer mal Asis drunter, wie Manuel Andrack schon ganz richtig sagte: „Die Dich in der Fußgängerzone nach Geld fragen sind als Punks verkleidete Penner.“. Schwarze Schafe gibt´s überall. War das jetzt rassistisch?
Also, Eltern: Unterstützt Eure Blagen, Punkrocker zu werden. Das hält jung und macht Spaß. Echt.
Hey, ist schon on:

