Mach mal Fotto! Isch bin Quarantäne!

Heute sind wir, nachdem ich Feierabend hatte (vorher ist auch immer schlecht) mal ins Krankenhaus gefahren. Da liegt unsere Nachbarin, die hat im Internet glaube ich eine neue Hüfte gewonnen und vorgestern eingebaut gekriegt. Wenn alles verheilt ist hat sie bessere Performance in Kurven und driftet nicht mehr beim Bremsen.

In Krankenhäusern bin ich immer sehr froh, nur Besucher zu sein. Es ist bedrückend, irgendwie. Die überforderten Krankenschwestern und -brüder, die sich einen zurecht rennen, um alles zu schaffen. Die überbezahlten arroganten Ärzte die sich nur um ihre Affären und Drogen auf Luxusjachten kümmern wie man ja aus dem Fernsehen weiß. Die grauenhaften Bilder die in den Fluren aufgehängt werden. Sind bestimmt dazu gedacht, das die Patienten in den Zimmern bleiben.  Und natürlich die Patienten. Auch wenn sich das jetzt heftig anhört, ich bin der Meinung die sind alle krank.

Was mich bei Krankenhäusern immer wundert: Krankenpfleger sind echt mal unterbezahlt für das was sie tun und auch sonst scheint immer zu wenig Geld da zu sein. Beim Design und der Architektur scheint es alles umsonst zu geben, überall wird ständig angebaut und umgebaut und total bescheuerte riesige Stahlzinken an der Fassade angebracht (Design), die Cafeterias scheinen sich schlimmer zu vermehren als Ratten und es werden Sitzecken gebaut in Ecken wo nun wirklich niemand sitzen will. Mit dem Geld könnte man doch…ich denk schon wieder logisch….scheisse…moment..

So, nach 10 Selbstohrfeigen gehts wieder. Ältere werden sich erinnern, anfangs gings darum das wir die getunte Nachbarin besuchen wollten. Zielsicher fanden wir ihr Zimmer, denn wir wussten wo es war. Die Tür bzw ein Schild auf ihr machte uns aber Angst: ISOLATION. Hatte die Nachbarin sich so daneben benommen das sie in Isolationshaft war? Oder war ein tödliches Virus wie Fraktur hier unterwegs? Wie sollten wir uns verhalten? Wäre Panik eine gute Idee?

Wir fragten eine blonde Krankenschwester, die ein sehr schönes Gesicht und ein nettes Lächeln hatte. Sehr symphatisch. Wäre ich 20 Jahre jünger…wäre die Nachbarin das auch und nicht hier. Es hat nicht sollen sein. Das schöne Gesicht erklärte uns das wir uns etwas umziehen müssen. 2 Minuten später sahen wir völlig behämmert aus. Also noch schlimmer als vorher. So weiße Papieranzüge, Atemmasken und so Papiermützen. Denn da war wohl ein Virus unterwegs. Die Nachbarin hat ihn voll mitgenommen, ohne Rücksicht, Hardcore. Direkt nach einer Hüftoperation die ganze Nacht kotzen und kacken…wenn´s einmal läuft, dann läuft´s.

Uneigennützig wie ich das in die DNA gestanzt bekommen habe, dachte ich nur an Euch hier. Ihr habt ein Foto von mir im Quarantäne-Outfit verdient, Ihr seid tolle und schöne Leser. Nur: Das Telefon sowie unsere Jacken lagen noch auf dem Flur, was uns unruhig machte. Zwar sagten alle, hier klaut keiner aber ich weiß aus sehr sicheren Quellen das Junkies sehr gern in KH´s klauen gehen. Sehr sichere Quellen weil die Junks mir das persönlich erzählt haben.

Mit dem Schutzoutfit konnte ich das Handy nicht holen, laut Anweisung sollte ich alles ausziehen, bevor ich das Zimmer verlasse. Bzw. vom Körper reißen, ist ja Papier. Also ging mir nicht nur ein lustiges Foto sondern auch ein Hulk-like-Clip durch die Lappen. Wir versuchten herauszufinden wie man mit Nachbarins Handy Fotos macht aber wir fanden nichtmal heraus ob man damit knipsen kann. Sehr altes Gerät.

Also aufgegeben. Und gehofft, das morgen immer noch Isolation ist. Und dann auf dem Weg nach Hause gemerkt: MEIN Telefon hatte ich die ganze Zeit in der Hosentasche. Kennt Ihr den Film, wo die Zombies immer: „GEHIRN!“ rufen? Musste ich stark dran denken.

Zum Einschlafen noch Töne. Ich weiß, ich bring oft Les Claypool. Das hier ist echt erstmal das Letzte. Aber das muss noch, ist zu geil: Stayin alive.

 

Über derpeavy

Ich bin ein toller Hecht. Aber wirklich.
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7 Antworten zu Mach mal Fotto! Isch bin Quarantäne!

  1. feldlilie schreibt:

    Ach, manchmal ist die Deko an den Wänden in Krankenhäusern auch nicht schlecht. In einem Kinderkrankenhaus hatten sie mal Röntgenaufnahmen von den ulkigsten Dingen, die Kinder so verschluckt hatten. Hat mir gefallen. Und in einer Rehaklinik befanden sich berühmte – und unberühmte letzte Worte von irgendwelchen Leuten. Was ich makaber fand (deshalb gefiel’s mir). Goethe war da vertreten mit einem „Mehr Licht“ (angeblich sollte das in Frankfurterisch „Mer liecht hier so schlecht“ heißen, aber er ist mitten drin gestorben). Aber in Erinnerung geblieben ist mir besonders eine alte, unbekannte Frau, die in dieser Klinik gestorben ist. Ihre letzten Worte waren: „Ich will nach Hause“. Ich hoffe immer noch, das, was dann passierte, war auch okay für sie…

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    • derpeavy schreibt:

      Es gibt irgendwo so einen Friedhof, da stehen die letzten Worte mit auf dem Grabstein. Mein Favorit war: „Ich hab Euch doch gesagt, ich bin krank!“. Der Iceman (Serienkiller) hat auf dem elektrischen Stuhl als letzte Worte: „Kiss my ass.“ gesagt. Sehr sehr cool.

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      • feldlilie schreibt:

        Ich hab mal gehört, dass die japanischen Samurai traditionsgemäß ihr ganzes Leben damit verbrachten, sich die passenden coolen Worte für ihren Tod zu überlegen. Ich fände: „Now the Momerath had outgrabed me“ lustig, aber ich weiß, dass das wieder keiner verstehen wird…

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      • derpeavy schreibt:

        Haste recht. Bin gezz auch zu faul, „Momerath“ zu googlen.

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  2. emmitsomo schreibt:

    Das mit den Bildern im Flur stimmt. Und das mit den Ärzten auch… Bevor ich denen nochmal vertraue (tat ich das je?) friert die Hölle zu….Die Krankenpfleger, die müssen manchmal oft das können was der Arzt kann, auch Spritzen geben (oh, das is ja jetzt mal neu…pfff), aber wirklich, die unterhielten sich in einem Forum darüber, was genau der andere jeweils so erlaubt bekommen hätte was der dann im Namen des Arztes ausführen durfte, und so.Ich habe ja auch mal in so einem Etablissement gearbeitet, naja, nur Praktikum, aber dennoch. Die die ich kenne können auch eigentlich mehr, als sie arbeiten. Und mehr für die Art, wie sie von Oben herab behandelt werden (der war gut, für ein Krankenhaus, da wird man ja eh immer „behandelt“…. *nerdigkichernd*..).
    Haha, das letzte Mal als ich im Krankenhaus auf eine „Behandlung“ wartete, bin ich abgehauen, obwohl ich schon im Bett lag… filmreif… überall wurde nach mir gesucht, sogar angerufen hat man mich, wo ich denn bloss sei… haha. Ich habe dann nur gesagt, mir reicht es, wenn man mich stundenlang vergisst, dann gehe ich eben. Ich musste trotzdem wiederkommen und es durchziehen, wirklich ätzend. Gefreut habe ich mich trotzdem nicht.
    Am Ende Deines Textes musste ich, sorry, lachen. Wegen dem Handy. Und was heißt „Gehirn“? Gehirn wird in Krankenhäusern eh nicht verteilt soweit ich weiß. Ich kenne jemand, der fragt tatsächlich so doof, wenn ich mal was andeute oder erzähle, mitdenken is da nicht. Da rufe ich auch immer insgeheim, Gehirn! Gehirn!, aber es nutzt nichts.
    Vielleicht kommt „Gehirn“, von “ geh hin“. Oder „geh dahin“. Das würde ja passen. Zumindest in Krankenhäusern.
    Vielleicht sollte ich noch erwähnen (Du hast das oben vergessen), das es in Krankenhäusern immer stinkt. Nach Desinfektionsmitteln. Manchmal auch nach Kranken. Und manchmal sehr nach Besuchern mit viel zuviel Parfüm drauf…

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  3. derpeavy schreibt:

    Richtig, das mit dem Gestank. Und es ist NIE ruhig, auch nachts nicht. Mit Ärzten hab ich auch schon viel erlebt, als ich am Finger operiert werden sollte meinte der Anästhesist das man die Nervenblockade-Infusion in die Achselhöhle machen müsste weil bei der Armbeuge der Gipsarm im Weg wäre. Auf meinen Einwand das der Gipsarm vor der OP doch bestimmt abgenommen wird meinte er: „Auch wieder richtig.“. Der nimmt doch sein eigenes Zeug.

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    • emmitsomo schreibt:

      Stimmt, die Nächte in Krankenhäusern sind mir noch am ehesten in Erinnerung . 🙂
      Anästhesisten sind seltsame Leute. Wenn man eine Tablette vor der OP nimmt, hört sich ihr Gerede an, wie freundliches in den Schlaf wiegen. Jetzt hatte ich mal die Beruhigungstablette weggelassen. Diesmal dachte ich, boah, sind die frech. Waren sie auch, fand ich nicht so toll. Ins Detail gehen bringt hier nichts, aber es ging um ein Detail vom Fragebogen, den man vorher ausfüllen muss. Ich dachte nur, was geht es Euch an. Dann ging das „Licht aus“.
      Im Grunde finde ich es aufregend, wenn man aufwacht und die sind da und passen auf einen auf, richtig cool. Aber vorher ist es immer irgendwie gruselig mit denen. Kommt vieleicht daher dass ich durch Begegnungen eh schnell gestresst bin, das ist dann so ausgeliefert und man kann nicht wegrennen. Aber viel schlimmer ist, wenn man auf der Liege liegt und die Ärzte so: oh,Moment, ist der Raum noch nicht geputzt? Wie? Dann in den anderen Raum? Wurde der auch noch nicht geputzt? Wer macht das dann? Warten Sie hier, wir kommen gleich wieder, eben putzen. Dann so, nach einer kurzen Ewigkeit: ‚da sind wir wieder, schnell noch alles kurz (!) gereinigt, geht schon los’…. pffffffff. Das nächste Mal dann doch wieder die Beruhigungspille, vorher.

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