Ich will glauben! Und zwar an Sachen die´s nicht gibt!

Neulich sagte ich zu mir: „Enrico (so nenne ich mich manchmal selbst), Du bist ein gutaussehender motherfucker (schreibt man das klein weil englisch oder groß weil Hauptwort?) in den besten Jahren, warum informierst Du Dich nicht endlich umfassend über Mythen wie Zombies, Vampire, Hexen, Untote und so Zeug? So wird das nie was mit dem Berufswunsch Parapsychologe.“.

Ich antwortete mir selbst: „Pass mal auf, Inferno-Arno 9000 (so nenne ich mich oft wenn ich mir selbst antworte), von dem Berufswunsch wusste ich bis jetzt nix. Ich bin über die Blüte meiner Jahre hinaus, warum kommst Du jetzt erst damit? Aber genauer betrachtet kriegen Parapsychologen bestimmt mehr Geld als ich und mit ein paar Dämonen als Kumpels muss man vor nix mehr Angst haben. I´ll give it a try.“.

„Ich kann kein Englisch.“, murrte Inferno-Arno 900. „Und Du hast eine Null vergessen.“. „Doch, Du kannst Englisch, Du bist ja ich. Und die Null kriegste später wieder, ich brauch die vielleicht noch.“.

Jetzt ging´s ans recherchieren. Tagelang saß ich auf der Couch bis endlich was zum Thema im Fernsehen kam. Das war wirklich interessant. In Rumänien werden heute noch Tote ausgegraben, das Herz rausgeschnitten und verbrannt weil jemand erzählt hat: Der Tote ist untot oder vielmehr ein: „Morio“. Das ist ein Zombie, der nur als Schatten erscheint aber trotzdem Leute umbringen kann.

So im Mittelalter glaubten die Menschen an: „Aufsitzer“. Das waren Tote, die sich verirrt hatten. Sie sprangen einen von hinten an und dann zwangen sie einen sie zu ihrem Grab zurückzutragen, huckepack. Dort angekommen musste man meistens sterben. Da hat die Redensart: „Einen sitzen haben“ doch ne viel positivere Bedeutung heute.

In so gut wie allen Kulturen gab es böse Geister, Untote, Dämonen. Eben das unkontrollierbare Böse, das Grauen das an jeder Ecke lauern konnte. Damals glaubten die Leute fest an sowas. Und wenn man etwas wirklich glaubt wird es zum Teil der eigenen Realität. Ich sach nur Allah und Gott.

Macht mich etwas neidisch. Muss ein aufregendes Leben gewesen sein wenn man ganz sicher war das überall das Böse Gestalt annimmt und so durch die Botanik flaniert. Im festen Glauben das ein dunkler Wald so einige fiese Wesen beherbergt ist der Weg durch ihn garantiert besser als der beste Horrorfilm heutzutage. Wenn ich durch einen dunklen Wald gehe denke ich nur: „Bestimmt fall ich gleich wieder hin, Scheißwurzeln.“.

Auch wenn man mal krank war, war das ein Thrill: Ist es nur eine Grippe oder ist man nicht vielleicht doch besessen? Man horchte in sich hinein und wenn sich beim Husten Schleim löste interpretierte man da Belials (Dämon) Stimme rein. Schon war wieder was los zuhause. Weit spannender als Spielkonsole.

Ich würde gern wieder an sowas glauben. Wenn alle Angst vor Dämonen und Vampiren hätten, würden sie nicht auf so einen Blödsinn wie religiösen Terror kommen. It´s us against evil (du KANNST englisch, Arno), würden alle sagen. Das Leben wäre, wie gesagt, viel aufregender und wenn ich keine Lust zum arbeiten hätte würd ich mir beim Exorzisten den Krankenschein holen. Wenn ich harten Alkohol trinke komme ich fast rüber wie Ashtaroth (Dämon).

Macht alle mit. Glaubt wieder an sowas, dann wird´s irgendwann wieder real. Tons of fun. Und wenn jetzt einer sagt: „Bekämpf die Dämonen in Dir.“, dann antworte ich: „Die haben mir gerade befohlen, Dir Popel ins Gesicht zu schmieren. Nix für ungut.“.

 

Über derpeavy

Ich bin ein toller Hecht. Aber wirklich.
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9 Antworten zu Ich will glauben! Und zwar an Sachen die´s nicht gibt!

  1. refoexac schreibt:

    Was in der Welt im Kopf passiert und was real, sollte man nicht vermischen. Da oben in der Wurmbüchse kann viel passieren, hat aber nen Scheiss mit der Realität zu tun. (Ok, manchmal gibt es tatsächlich überschneidungen, sind aber vermutlich einfach Zufälle )

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    • derpeavy schreibt:

      Und DA isser wieder, der Denkfehler der all den Ärger verursacht, zwischenmenschlich.
      Es gibt keine Realität. Jeder Mensch hat eine ganz individuelle. Trotzdem wird: „Die Realität“ als feste Größe gesehen. Ist ähnlich wie einen Menschen als: „nicht normal“ zu bezeichnen. Da müsste man erstmal den normalen Menschen definieren und den gibt´s nicht.
      In der Realität der Menschen früher war Übersinnliches was „normales“. Also echt. Real. Wie unser z.B. Kühlschrank heute.
      Was man denkt und was ist überschneidet sich oft sehr hinterhältig, ich weiß schon, was Du meinst. Aber wo der Übergang von der eigenen Welt zur sogenannten allgemeinen Realität ist kann niemand genau festlegen. Deshalb ist Anarchie ja auch die einzige Lösung. Aber das ist fast ne andere Geschichte. 🙂

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      • Lilith schreibt:

        „Es gibt keine Realität. Jeder Mensch hat eine ganz individuelle.“ D`accord, Schnecke. Manchmal hat man Glück, dass man Menschen mit ähnlichen Realitäten trifft, die z.B. auch gerne stundenlang in Kerzenflammen schauen. Du.

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      • refoexac schreibt:

        Wenn ich von der Realität rede, meine ich damit nur die Welt der Objekte, Tisch, Stuhl, Haus, Gegenstände. Also ok, das was du sagst, dass die Realität quasi in Echtzeit über den Glauben erschaffen wird, könnte sein, so genau weiss ich das nicht. Wenn jetzt jeder in seinem Glauben komplett frei wäre, müssten wir in einer Welt aus lauter rosaroten Einhörnern, Aliens, Rittern, Ungeheuern, usw. leben und würden auch nie sterben.
        Meist jedoch mache ich die Erfahrung, dass obwohl man weiss, das es möglich ist, man immer wieder von seinem eigenen kleinen Gefängnis, dass man sich unterbewusst seit der Geburt erschaffen hat, stecken bleibt. Und trotzdem erlebt man ganz selten mal wie die Matrix manipulierbar ist und wundersame Dinge geschehen die wissenschaftlich gesehen eigentlich nicht möglich sind.
        Anarchie ja, solange ich eine magische Schutz-Atmosphäre um mich haben könnte, die meinen Leib schützten würde, ansonsten wäre vermutlich der Planet bald komplett leer.

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      • derpeavy schreibt:

        Garnelchen: Hab ich gerade erst wieder gemacht. Du. 🙂

        refoexac: Klar, die eigene Wahrnehmung verändert nicht die Welt. Aber die wahrgenommene Welt ist für jeden eine andere. Ein Haus z.B. kann ganz Vieles sein. Jemand, der ein Haus gebaut hat sieht es anders als jemand der es mietet. Oder aus Versehen mit dem Auto dagegen fährt.
        Anarchie wird es irgendwann geben. Denn alles andere funktioniert nicht. Nur müssten die Menschen dafür sehr viel emphatischer und sehr viel weniger gierig sein. Wenn die Evolution so weitermacht kann man in 100000 Jahren mal drüber nachdenken…

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      • refoexac schreibt:

        Jawohl. Und all diese unterschiedlichen Wahrnehmungen zusammengenommen ergeben dann eine Realität?, die man unabhängig vom Weltall aus überblicken könnte. Vielleicht könnten nur andere unbekannte übermenschliche? Wesen unsere wirkliche Realität sehen, weil wir selbst alle in unserer eigenen Wahrnehmung gefangen sind.
        Und irgendwie ist das ja lustig, weil keiner kann wirklich etwas daran ändern, nimmt einer zuviel Platz ein, verdrängt er andere, ein grosser Organismus der sich nur entweder gemeinsam weiterentwickelt oder zurückentwickelt, aber es geht immer nur gemeinsam. Und jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied, ja es könnte Millionen von Jahren dauern, weil nur wenn es für den Schwächsten von uns auch stimmt, stimmt das grosse Gleichgewicht wieder, im Prinzip selbstregulierend. Und wenn jeder von uns, die Reichen und die Armen, wirklich alle mal öfter Fünfe gerade sein lassen, käme das einer harmonischen Form von Anarchie schon ziemlich nah.

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  2. emmitsomo schreibt:

    Hmm… es gibt aber mehr als die Realität manchmal her gibt. Is so. Das diskutiere ich jetzt mal nich.
    Oder… hm… gestern vor dem Aufstehen hatte ich so Schleim im Hals… das fühlte sich an wie Ektoplasma… hihi. Ich fühlte mich aber nicht dämonisch. Eher so müde, denn ich lag ja im Bett. Und war kein magischer Moment. Gar nicht.
    Und für meine Wahrträume kann ich nichts. *angeb*… (Wer mich nicht ernst nimmt, ist selber schuld, sagt „mein Dämon“ jetzt… 😉
    Und die Sache mit der Realität, also da war doch diese Sache mit der Weltraumsache und der Tatsache, dass es keine Realität gibt, weil die erst ensteht, sobald jemand anders da draußen sie an Dir wahrnimmt, oder so, es ist mir grade zu kompliziert, weil meine Realität gerade besagt, dass ich zu müde dafür bin. Theoretisch bin ich es nicht, aber da ich mich so fühle, wird es unmöglich sein, da jetzt einen klaren Kopf zu kriegen, der Dir das erklären kann. Wenn ich es überhaupt könnte, aber ich bin mir sicher, dass ich das irgendwie, oder irgendwann, zwischen der Raumzeit, verstanden habe. Aber jetzt nicht. Gute Nacht… (In meiner Realität ist jetzt zB Nacht, bzw Morgen, und in Eurer, wenn Ihr das jetzt lest, und in Deiner, peavy, evtl schon eine andere, nämlich tagsüber. Aber man wird sehen… Eigentlich ist ja alles längst vorüber und diese Realität wäre dann, dass es die Vergangenheit wäre, also gar nicht nachts oder tagsüber, sondern vergangen. Schlicht und einfach, wie ebenso kompliziert.)

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    • derpeavy schreibt:

      Ummmm.ok. Ich hoffe, der Vergangenheits-Kaffee war stark genug… Meine Realität ist erstaunlich klar für Neujahr. Wenn mir da mal nicht jemand was in die Drogen getan hat….

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      • emmitsomo schreibt:

        hmm… ja, ich war müde, und ausserdem hatte ich zu Mitternacht einen Glühwein gehabt. Selbstgemachten. Aber nicht von mir… naja, gut, war ja nicht viel, aber bei mir hat das offenbar einen Effekt. Und das kommt dann dabei raus… Kaffee trinke ich ja nicht, weil der mir nicht schmeckt. 😉 An Neuhahr war ich wieder superklar. War ein schöner Tag, zumindest kurz nach dem Aufwachen. :-))

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