Mein Eierkocher

Hallo Design-Fans, Technik-Freaks und Freunde des gekochten Hühnereis! Heute möchte ich Euch ein wirklich besonderes Elektrogerät für die Küche vorstellen. Man kann es auch in anderen Zimmern benutzen, aber in die Küche passt es am besten. Denn da sind meistens die Eier deponiert.

Es handelt sich um den Design-Eierkocher namens MAXMEE. Den hab ich neulich sogar im TV-Shoppingkanal gesehen. 12 € kostet er da. Klar, das ist viel Geld. Könnte man sich ne Menge Eier von kaufen. Aber was würde man dann damit machen? Etwa Spiegelei? Lächerlich. Werfen wir erstmal einen Augenblick auf die Originalverpackung (Abb.1):

Bei dem Design denke ich als erstes: DDR. Mit etwas bauhaus. Das sieht nicht nur ganz schlecht aus, das sorgt auch für Probleme. Aber dazu später. „Eierkochen ohne Herdplatte“ steht drauf, und: „Mit Ei-Pick gegen geplatzte Eier“. Damit ist gemeint das man das Ei einsticht unten. Ganz was Neues. Seitlich steht noch auf der Packung, das man die Eier hart, mittel und weich kochen kann und: „Einfache Bedienung: Nur 1 Knopf“. Prima Sache, ein Gerät mit mehr als einem Bit würde mich morgens auch überfordern. Unter MAXMEE steht: „Extra for you“, aber das glaub ich nicht. Das steht bestimmt auf jeder Packung.

Zu Beginn nimmt man das schwere silberne Teil (Abb.1), an dem Kabel und Stecker befestigt sind. Schwupp! verschwindet der Stecker in der Steckdose. Jetzt kommt das schwarze Teil mit den 2 Löchern (Abb.1) drauf. Aus dem Kühlschrank (nicht abgebildet) entnimmt man 1 – 2 Eier, je nach Familiengröße und Hunger. Jetzt kommt die brandneue Erfindung Ei-Pick zum Einsatz. Die Nadel befindet sich unter dem eckigen kleinen Becher (Abb.1). Sie sitzt oben auf so einer Art Hügelchen. Wenn man vorsichtig anpiekt hat man immer das Gefühl: „Hm, ist das überhaupt schon richtig durch?“. Wenn man dann nur ein ganz bisschen fester drückt hat man ein Loch von der Größe eines Smarties im Ei. Durch das Hügelchen. Tonne und nächster Versuch. Könnte man Spiegelei draus machen? Komm mir bloß nicht so.

Ist diese Hürde genommen, kommen Ei oder gar Eier in die 2 Löcher des schwarzen Teils (Abb.1). Jetzt fehlt nur noch Wasser. Das füllen wir in den eckigen kleinen Becher (Abb.1). Wieviel genau, kann man an Markierungen ablesen, aber nicht lange. Ich habe den Eierkocher jetzt ein paar Monate und die Markierungen sind fast weg (Abb.1). Muss man sich dann neu machen, mit Edding oder einem glühenden kleinen Anker. Den transparenten Deckel (Abb.1) drauf, Wasser ins Gerät (Abb.1) und auf den Knopf gedrückt…da kann man das Ei schon fast riechen.

Im Gerät drinne wird jetzt das Wasser immer heisser und so ein Rauschen immer lauter. Das bedeutet, das die Wasseratome jetzt irgendetwas machen. Oder so.

Obwohl man keine Herdplatte braucht, stelle ich das Gerät trotzdem auf eine. Man weiss ja nie…Wenn´s so richtig abgeht (Abb.2) dringt Wasser rechts und links zwischen das schwarze Teil (Abb.1) und den transparenten Deckel (Abb.1) und durch Physik kann kein Wasser entweichen. Das funktioniert manchmal, aber oft läufts seitlich fröhlich raus. Wenn man jetzt am Gerät rumfummelt kann man sich jesusmäßig die Finger verbrühen. Lieber laufen lassen.

Wenn der Boden des Geräts trocken, also alles Wasser verkocht bzw. irgendwo hin gelaufen ist, ertönt ein Signalton. Da sollte man die Nachbarn vorwarnen, denn dieser Ton und der Alarmton von Rauchmeldern ist identisch, auch von der Lautstärke her. Danach ist man auf jeden Fall wach. Wenn man jetzt den transparenten Deckel (Abb.1) abnimmt, schlägt das Design zu. Denn durch die eckige Form hängen dicke Tropfen an der Oberseite. Beim abnehmen nur ganz leicht schräg halten und schon läuft einem das heisse Wasser über die Finger und man verbrüht sich jesusmäßig. Das Wasser läuft dann zur Hälfte zurück in den Eierkocher, zur Hälfte gesellt es sich zum zuvor ausgelaufenen Wasser. Mein wichtigstes Eierkoch-Utensil ist ein Handtuch.

Eier muss man unter kaltem Wasser abschrecken. Warum, weiß ich nicht. Kann man dann vielleicht besser pellen. Dazu nimmt man das schwarze Teil (Abb.1) seitlich mit Daumen und Zeigefinger. Mit dem Daumen fasst man dann in eine Mulde, in der sich heißes Wasser befindet. Und nochmal jesusmäßig verbrüht, wenn man´s erst auf dem Weg zur Spüle merkt muss man oft erstmal den Daumen abschrecken. Aber dann hat man´s geschafft und könnte sich schon wieder hinlegen.

Beim Konsum des selbstgekochten Leckerchens, wenn man alles innerlich nochmals durchlebt, kommt eine Frage auf: Wenn jedesmal unterschiedlich viel Wasser seitlich rausläuft und auch die Menge, die am Deckel hängt variiert, warum wird das Ei immer gleich (und zwar perfekt) ? Und so umweht noch ein Hauch Mystery den Frühstückstisch.

Dieser Eierkocher ist nichts für jeden. Wer sich morgens eben schnell und einfach ein Ei kochen will gehört hier nicht zur Zielgruppe. Aber wer Action und Gefahr mag und morgens schon eine echte Herausforderung sucht ist mit diesem Gerät bestens beraten. Aus diesem Gerät schmecken Eier besser. Weil man weiß, was man dafür getan hat.

Über derpeavy

Ich bin ein toller Hecht. Aber wirklich.
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2 Antworten zu Mein Eierkocher

  1. safasadjida schreibt:

    Ich möchte darauf hinweisen, dass das Ei im Versuch weiß ist . Auf der Packung jedoch braun. Führt das nicht zu einem Qualitätsmangel? Geht das tatsächlich auch für weiße Eier oder ist der nicht eigentlich nur für braune Eier?

    Gefällt mir

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