I survived Egon

2 Tage war ich nicht hier und Ihr habt Euch scheinbar abgesprochen um meinen Reader mal so richtig abzufüllen. Da kriegt man Verfollowerwahn. Aber nich mit El Guapo, ich werde das alles überfliegen. Und wenn´s Minuten dauert.

Aber erstmal wird`s spannend. Ich habe nämlich: „Egon“ gerade so eben überlebt. Und das auch nur weil ich trainiere, mein Hund heißt Egon. Und den überlebe ich täglich. Der andere Egon war weit gefährlicher denn er kam als Wintersturm daher. Schon am Vortag gab´s eine Unwetterwarnung und wir fuhren schnell einkaufen. Jodtabletten, Kohletabletten, verschiedene Tabletten gegen Langeweile, Bier, Knabbereien. Trotz der wachsenden Angst fand ich nebenbei heraus: Die tropischen Weingummis von K-Classic (Billigmarke von Kaufland) schmecken besser als Tropifrutti von Haribo. Und kosten nur 53 Cent.

Am nächsten Morgen musste ich mich trotz Warnung in Lebensgefahr begeben, bei mir auf der Arbeit zählt ein Menschenleben nicht viel. Wir sind Hardcore-Stunt-Survival Logistiker. Bald kommt auf DMAX was über uns: „Dicke Trucks und dumme Fressen“. Könnte was werden, die doofen Eismeerfischer haben schonmal keine Schnitte gegen uns. Frieren können wir genau so gut, aber wir stinken nicht nach Fisch dabei. Also nicht alle.

Als ich aus dem Haus schritt, peitschte mir der Schnee ins Gesicht wie eine Schneepeitsche. Erschrocken über diesen einfallslosen Vergleich ging ich weiter. Da fühlt man die Wikingergene, man ist Mann gegen Natur. Erfrieren oder weitergehen. Tod oder Leben. Genitaliengefrierbrand oder Thermounterhose.

Ich überquerte einen Parkplatz. Am Ende desselben ist eigentlich so ein kleiner Durchgang, aber da lagen Knuts rum. Also alte Weihnachtsbäume, Opfer eines bescheuerten heidnischen Brauchs, Traditionsleichen. Mir fiel ein, wie viel Spaß wir als Kinder immer mit den Tannenbäumen hatten. Wenn kein Auto kam haben wir schnell so 10 Tannenbäume auf die Straße gelegt und dann vom Gebüsch aus zugeguckt wie die Autofahrer die wieder wegräumen und dabei rumschreien. Good times.

Ich musste über die Bäume steigen und fast hinfallen um weiterzukommen. Sicht null. Instinktiv fand ich den Weg und erreichte eine Brücke. Da stellte ich mich unter und ließ meine Augen auftauen. Dort holte mich ein Kollege ab, keiner von uns wollte den Weg allein versuchen. Wir fuhren los, ins Ungewisse.

Endlose 10 Minuten später kamen wir an. Es hatte aufgehört zu schneien. Dachten wir, aber uns war klar: Das ist entweder eine Halluzination durch diese extreme Situation oder aber wir sind im Auge des Sturms. Was echt scheisse wäre, denn im Auge des Sturms bleibt man ja nicht für länger. Wir ließen uns aber nix anmerken und machten mit zitternden Händen und nasser Stirn unseren Job.

Um 7 Uhr war der Schnee schon wieder weggetaut. Wir waren beunruhigt. Was gauckelte unser Hirn uns da vor? Es war doch immer noch Unwetterwarnung! Nach einer weiteren endlosen Stunde bei gar nicht so schlimmen Temperaturen endlich die Erlösung per Radio: Die Unwetterwarnung ist aufgehoben. Es wurde hell, und es sah nach einem schönen Tag aus. Aber war das überhaupt echt?

Wenn Ihr das hier lest, seid Ihr doof. Logisch. Aber dann hab ich das Egon-Inferno wirklich überlebt, und das hier sind jetzt nicht wieder Hallus, während ich erfriere. Toi toi toi.

Über derpeavy

Ich bin ein toller Hecht. Aber wirklich.
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7 Antworten zu I survived Egon

  1. Lilith schreibt:

    I survived Firmenparty. Ist ja auch was. Du.

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  2. SH aus RC im V schreibt:

    Egon hat sich aus dem Staub gemacht, aber seinen verschissenen Schnee hat er uns dagelassen. Frau Holle ist ein echtes Arbeitstier (jedenfalls hier im flachen Bergland), und ich bin gerne mal doof, denn deine Einträge sind es wert. So!

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  3. emmitsomo schreibt:

    Ich bin nicht doof. :-p
    Aber mal im Ernst, ich dachte auch sowas, kann das Wetter sich nicht entscheiden, oder was. Obwohl das mir egal sein kann, denn ich gehe seit letztes Jahr maximal 5 mal im Jahr nach draußen. Dieses Jahr war ich noch gar nicht. Keine Ahnung, ob ich meine Schneeschuhe noch anziehen kann, oder die neue Winterjacke, vielleicht probiere ich die im Sommer mal kurz aus, wenn ich endlich mal wieder draußen bin. lol
    Ich habe nur immer rausgesehen und auf einmal war alles weiß. Dann wieder, nach so 30 Minuten, war alles wieder normal. War schon irre…
    Jaja, lacht jetzt ruhig. Oder verdreht die Augen. I won’t give a fuck. *lach*…. Ausserdem will ich ja nicht mehr arbeiten, ich schmolle noch ganz lange, kann wirklich lange dauern, da setze ich keinen Fuß vor die Tür. Wie soll ich also zur Arbeit kommen, bringt eh nix. Also Wetter ist relativ. Immer. Na, da bleiben meine Klamotten wenigstens top, kein Problem mit Abnutzung oder sowas. *g* :-p

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  4. blogbellona schreibt:

    die schneepeitsche war der brüller. für mich. ;D

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