Ich war auf dem Weihnachtsmarkt, Jesus nicht.

Heute musste ich in der Mitte von Bochum (also wirklich GENAU in der Mitte) so Dampfzubehör shoppen. Das lief gut, ich brauchte so einen neuen Aufsatz weil beim alten die Dichtung nicht mehr hielt was ihr Name verspricht. Die nette Dame meinte, das kriegt sie repariert und machte mit wenigen Handgriffen alles total kaputt. So bekam ich einen neuen Aufsatz umsonst, 15 € gespart. Ein toller Service, ich hab gleich klargemacht: „So machen wir das jetzt immer. „.

Da ich schonmal in der City war (wo ich sonst nie bin) musste ich auch auf den Weihnachtsmarkt. Weil Frauchen einen Paradiesapfel wollte. Kann ja nicht so ein Problem sein, dachte ich.

Als erstes sah ich ein historisches Holzriesenrad. Das sah ungefähr so historisch aus wie vor einer Woche im Baumarkt gekauft und riesig ist auch anders. Nämlich wenigstens sowas ähnliches wie groß. Bei diesem Teil wusste man nicht ob man mitfahren oder es kaufen und mitnehmen soll. Aber war eh noch geschlossen. Trotzdem lief so Horrorfilm-Jahrmarktsmusik, wo man jeden Moment mit einem entstellten Clown rechnet, der mit Kinder-Gliedmaßen schmeißt. Schnell weiter.

Ich war ewig nicht auf dem Weihnachtsmarkt, und wenn dann nur um die Reibekuchen von einer bestimmten Bude zu genießen. Heute war ich mal wieder länger unterwegs da. Denn: Paradiesäpfel sind auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt fast genau so selten wie Pandabären und Minotauren. Es gab alle typischen Sachen, und die in Mengen. Außer Paradiesäpfel. Sind die so out? Weit, weit musste ich laufen und tief in der Innenstadt verkaufte mir ein Mädchen dann endlich einen. Ich hab so dankbar geguckt das man sah, wie sie Angst bekam. Schnell weiter.

Ein Halstuch wollte ich mir noch kaufen. Ich konnte mich an diese Stände erinnern wo es so Metal-Aufnäher und T-Shirts und Buttons und Nietengürtel und so gab. Es ist viel Geld verdient worden mit satanistischen Symbolen auf Weihnachtsmärkten. Und an so Ständen gab´s auch immer Halstücher. Solche Stände gibt´s nicht mehr. Es gibt nur Weihnachtszeug oder Glühwein oder Fressen. Und wenn´s mal was anderes gibt, sind das so doofe flauschige Bommelmützen die nur Vollpalmen kaufen.

Früher waren die Holzbuden alle gleich. Das war toll, denn es kam ja darauf an, was drin ist. Heute sehen die Buden alle aus wie vom Kunstschreiner. Sechs- oder achteckig, helles Holz, mit Fenstern nach hinten, wofür auch immer. Und die Buden sind so aufgestellt, das es kein Gedränge gibt. Auch wenn´s genervt hat: Das gehörte früher dazu. Da muss ich mich an dieser Stelle aber herzlich bei allen Menschen mit super-riesigen Rollstühlen, Drillings-Kinderwagen, Bollerwagen, Fahrradanhängern usw. bedanken. Ihr macht´s ein bisschen so wie früher. Da das so ein Treffpunkt zu sein scheint, plane ich für nächstes Jahr ein riesiges Metallgestell auf Rollen, nur für den Weihnachtsmarkt. Jubilieren und blockieren.

Niedlich, wie jedes Jahr: Die Glühwein-Autisten. Sie stellen sich an den Glühweinstand, fangen an selig zu grinsen und denken nicht. „Ich bin auf dem Weihnachtsmarkt, Glühwein.“, scheinen ihre leeren Augen zu sagen. Die Abschuss-Bude von früher gibt´s auch nicht mehr. Da war der Glühwein am billigsten, also haben sich da die Asis versammelt. Ach, die Erinnerungen an menschliche Abgründe von völlig Fremden während man sich fragt wo man ist…sowas werden unsere Kinder auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt nicht mehr erleben. Obwohl es zum Erwachsenwerden dazugehört. Sehr schade.

Mein Fazit: Weihnachtsmarkt war früher nicht der Hammer, aber bevor man gar nix macht… Heute ist Weihnachtsmarkt kacke und man macht besser was anderes.

 

 

Über derpeavy

Ich bin ein toller Hecht. Aber wirklich.
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4 Antworten zu Ich war auf dem Weihnachtsmarkt, Jesus nicht.

  1. genogramma schreibt:

    weisst du eigentlich, dass man tomaten auch paradiesäpfel nennt?
    habe ich damals in bayern aufgeschnappt.
    muß aber nicht stimmen.
    früher als ich noch ein kleines kind war fand ich weihnachtsmärkte nur bedingt toll.
    als kind geht man schnell in der menge unter, man sieht nur große, die unnützes zeug schwatzen.
    dafür war karussell fahren toll.
    ich gehe als erwachsene auch gern glühwein trinken, aber nur anner bude wo auf zuckerzusatz verzichtet wird, ich mags nicht so bappsüß.
    da hängen auch keine assi rum.

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  2. blogbellona schreibt:

    mir gehen riesenräder und karussells auf den kranz auf weihnachtsmärkten. das ist für mich neumodischer scheiß, das gehört da nicht hin. und richtig, früher waren alle buden gleich und standen in reih und glied. heute sieht keine sau mehr durch, da kannste nicht mehr einfach „alle reihen ablaufen“. aber ich gehe trotzdem jedes jahr mehrmals hin. glühwein. ♥ (leere augen und grinsen vorstellen)

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